Tausende Kraniche aus Papier fliegen vom Rottal nach Japan

Friedensprojekt mit Brief an die Bundeskanzlerin

Dem Thema Frieden widmeten sich in den letzten Monaten die Schüler der Klasse 5b.

Dass sich aus der Frage eines Schülers, was denn eine Atombombe sei, ein großes Friedensprojekt an der Johannes-Still-Schule entwickeln würde, ahnte die Klassenleiterin der 5b, Annemarie Breuer, im Oktober letzten Jahres noch nicht. Jetzt schrieben die Schüler sogar an die Bundeskanzlerin.

Annemarie Breuer versuchte die Frage des Schülers möglichst kindgerecht zu beantworten und las ihren Schülern die Geschichte des japanischen Mädchens Sadako vor, das 1945 die Detonation der Atombombe in Hiroshima überlebte, aber später an Leukämie erkrankte und mit 12 Jahren starb. „Also in jenem Alter, in dem meine Schüler jetzt sind“, sagt Breuer. An der Lebensgeschichte von Sadako faszinierte die Schüler vor allem deren Kampfgeist. Sadako faltete tausende Origamikraniche, in der Hoffnung auf Heilung. Die Klasse 5b aus dem Rottal tat es ihr in den letzten Monaten nach. Über 4.000 Kraniche aus Papier falteten sie. Ein Schüler schaffte mit seiner Mutter an einem Wochenende allein 1.000 dieser Symbole für Frieden. Monatelang zierten die Kraniche die Schule, dazu beschäftigten sich die Schüler intensiv mit dem Thema Frieden.

Nun wurden die Kraniche in einem Karton verpackt und nach Hiroshima geschickt. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben die Rottaler Schüler einen Brief zum Thema Atombombe geschickt. „Meine Schüler waren erschrocken, dass in Deutschland nach wie vor Atombomben gelagert werden. Wir sind gespannt, ob die Bundeskanzlerin auf den Brief antworten wird“, sagt Klassenlehrerin Annemarie Breuer. (Quelle: Wochenblatt)