Unterwegs in der Hauptstadt

Fahrt nach Berlin

Die beiden Klassen 8 und 8/9 waren Pioniere für die Johannes-Still-Schule. Zum ersten Mal hatte eine Unterrichtsfahrt – für die Schüler der neunten Jahrgangsstufe zugleich Abschlussfahrt – die Hauptstadt Berlin als Ziel. Die beiden Klassenlehrer Claudia Baumgartner und Michael Weigand hatten die Fahrt, die unter dem Schwerpunkt „Mauerfall - 25 Jahre deutsche Einheit“ stand, unterrichtlich bestens vorbereitet. Personell verstärkt für die einwöchige Fahrt wurden sie durch die Religionslehrerin Frau Weißhartinger und die Sozialpädagogin Frau Reinecke.
Erleichtert wurde das Unternehmen auch dadurch, dass den Klassen die ganze Woche ein Bus zur Verfügung stand und in der Person von Roland Oswald zudem
ein stadtkundiger Führer die beiden Klassen begleitete.

Gleich am ersten Tag bewältigten die Schüler ein umfangreiches politisches Programm. Bei einem Besuch im Bundesrat durften die Schüler, nachdem ihnen die Wege der Gesetzgebung erklärt wurden, eine Bundesratssitzung in einem Rollenspiel erleben. Interessanterweise lehnten die Jugendlichen den Gesetzesvorschlag  „Alkohol schon mit 15“ nach einer engagierten Debatte selbst ab. Am Abend konnten die Schüler, eingeladen von Max Straubinger, dem Bundestagsabgeordneten unseres Stimmkreises, den Plenarsaal des Bundestages und die Reichstagskuppel besichtigen. Zuvor nutzten sie die Gelegenheit, um „ihrem“ Abgeordneten Fragen zur Politik zu stellen.

Dass die Methoden des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR menschenunwürdig waren, spürten die Jugendlichen, als sie bei einer Führung durch das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen die Biografie eines der Zeitzeugen kennenlernen konnten. Alle waren sichtbar beeindruckt.
Weitere Programmpunkte, die das Vorwissen der Schüler vertieften, waren der Besuch des Jüdischen Museums und der Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer. Die Schüler schritten das 1,4 km lange Areal an der Bernauer Straße ab. Sie waren  beeindruckt, als sie von einem Aussichtspunkt aus das letzte Stück der Berliner Mauer sahen, das in seiner Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist.
Zwischen den Programmpunkten war das Erleben und eigenständige Erkunden der Großstadt Berlin - Shopping inklusive -  eine wichtige Erfahrung. Dazu gehörte auch eine nächtliche S-Bahn-Fahrt zum erleuchteten Brandenburger Tor, bei der sich die Lehrkräfte beim Planen und Umsteigen zurücknahmen – die Schüler erwiesen sich als großstadttauglich.

Am letzten Tag bot eine Schifffahrt auf der Spree die Möglichkeit, die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt entspannt und bei Sonnenschein zu erleben - ohne die bisweilen von manchem Schüler  beklagten anstrengenden Fußmärsche.
Fazit der Lehrer zur erfolgreichen „Pionierfahrt“: Die Fahrt war zwar die erste, aber sicher nicht die letzte Fahrt der Johannes-Still-Schule nach Berlin.

(Bild: Weigand / Text: Baumgartner / Weigand)