Ausgezeichnet! Johannes-Still-Schule Nachhaltigkeits- und          Umweltschule

Da es in Zeiten von Corona keinen Auszeichnungsveranstaltung gibt, kam die Auszeichnung per Videobotschaft und mit einer Urkunde – kurz vor Weihnachten gleichsam ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.  Die Johannes-Still-Schule Eggenfelden wurde für ihr „besonderes Engagement zur nachhaltigen Verbesserung der Schulumwelt“ ausgezeichnet – so ist es auf der Urkunde zu lesen. Wenn gleich zwei Minister unterschreiben, der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz und der Minister für Unterricht und Kultus, dazu noch die Vorsitzenden zweier wichtiger Umweltorganisationen – des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung – dann muss es schon was besonderes auf sich haben. Gratuliert wurde zur Auszeichnung „Umweltschule in Europa – Internationale Nachhaltigkeitsschule 2019/20“.  

Stolz präsentieren Schüler der Klasse 9 neben der Flagge die Urkunde und überlegen schon, wo sich ein geeigneter Platz zum Aufhängen der Flagge findet. Mit den Schülern freuen sich über die Auszeichnung auch Schulleiterin Dr. Wilma Brunner und die Religionslehrerin Birgid Weißhartinger, die Initiatorin des Projekts.

 

Die Schulpastoral  als steuerndes Gremium nahm sich zu Beginn des vorigen Schuljahres der Neugestaltung Schulgartens an. Das Ziel stand, aufbereitet durch ein Umweltprojekt zum Thema „ Bedrohung der Insekten- und Artenvielfalt“ schon fest: Wir zeigen Verantwortung und wollen auf unserem Schulgelände Insekten eine Heimat geben.
Für die Auszeichnung maßgebend war auch, dass die Johannes-Still-Schule mit ihrem Mülltrennungs- und -vermeidungsprojekt  noch ein anderes Umweltprojekt schon über mehrere Jahre durchführt.
 

In einer Planungsphase wurde im Herbst 2018 Kontakt mit dem Bund Naturschutz aufgenommen.  Von dort kamen wichtige Tipps, welche Materialien für die Herstellung des Insektenhotels verwenden werden sollten, wie sie günstig zu beschaffen wären und welche außerschulische Partner mit ins Boot geholt werden sollten.

Nun war es so weit: Tonrohre, Rohrkolben und Holz wurden beschafft, Pflanzen über das Landratsamt beim Gärtner bestellt.

Es war nicht schwer, begeisterungsfähige und ausdauernde Arbeiter zu finden. Alle ange-sprochenen Personen, ob Lehrer oder Schüler, waren sofort bereit,  mit zu gestalten. Zu Beginn des vorigen Schuljahres  begannen Schüler der Stütz und Förderklasse, der Klasse 8 und 9, drinnen und draußen zu arbeiten, verschieden große Löcher in die Hölzer zu bohren, Rohrkolben zuzuschneiden und beides planmäßig in das Insektenhotel zu schichten.

Ein Dank geht an die Gärtner des Landratsamtes.  Sie unterstützten die Schüler beim Aus- und Umgraben des alten Schulgartens.

Daneben arbeitete eine anderer Gruppe als Gärtner: Birgid Weißhartinger, die Koordinatorin des Projekts, hatte genug zu tun, die anfallenden Arbeiten - Setzen der Pflanzen und Knollen, Angleichen der Erde und Verteilen des Rindenmulchs - zu koordinieren. Nur gut, dass auch der Hausmeister Ludwig Weber stets mit Rat und Tat zur Seite stand. Zeitgleich wurden Vogelhäuser und Nistkästen erstellt und aufgestellt/aufgehängt.

Dass es gleich zu Beginn eine "Überraschung" gab, weil  Wildkaninchen eine neue Bleibe suchten und den Schulgarten verwüsteten, ist eine andere Geschichte. Zwischenzeitlich war ein neues Projekt geboren: Die Verstärkung des Holzzaunes mit einem Hasengitter. 

Im Frühjahr dieses Jahres begannen die Schüler mit dem Ansäen von der geeigneten Pflanzen. Sollten doch die Insekten das ganze Jahr über durch blühende Pflanzen angelockt werden.

Als die Schüler – und es waren viele Schüler, die an dem Projekt beteiligt waren -  nach dem

Lockdown im Frühjahr wieder an der Schule kamen, fiel in den Pausen der erste Blick auf den Schulgarten „Leise, ich glaube, ich höre Insekten in unsere Hotel“. Der Stolz der Schüler über das gelungene Projekt war  nicht zu übersehen.
Einmal mit dem Schulgarten begonnen, gibt es immer etwas zu tun. Noch vor Wintereinbruch setzten Schüler der Stütz- und Förderklasse Ableger von Pflanzen aus dem Schulgarten ein.
Und schon gibt es neue Ideen. Birgid Weißhartinger, denkt über das Anlegen einer Wildkräuterwiese nach. Außerdem soll mit dem Herstellen von Insektenhotels für den Pausenhof des Gebäudes 2 das fortgeführt werden, was im Gelände des Schulgartens das, schon begonnen wurde.
Außerdem wäre es schön, auch im nächsten Jahr wieder ausgezeichnet zu werden:
Umweltschule 2021 – vielleicht wieder die Johannes-Still-Schule?

Text: B. Weißhartinger, M. Weigand, Bild: B. Weißhartinger